Brahms Requiem – Januar 2012

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(veröffentlicht am Mi, 01. Februar 2012 auf badische-zeitung.de)

 

 

 Tod, wo ist dein Stachel?

„… wer im Freiburger Konzerthaus seiner feinen, häufig fast kammermusikalisch intimen Interpretation lauschen durfte, der geht vielleicht ein bisschen verwandelt nach Hause…“

„… wenn der Freiburger Kammerchor mit „Selig sind, die da Leid tragen“ im homogenen, warmen Piano einsetzt, dann ist der verinnerlichte Ton erzielt, zu dem die Interpretation immer wieder zurückkehrt.“

„Der Freiburger Kammerchor, der an diesem Abend nahezu professionelles Niveau erreicht, zeigt ähnliche Flexibilität. Bis in höchste Höhen souverän, verleiht der Chorsopran dem Ensembleklang ein intensives Strahlen; die anderen Register sind genau aufeinander abgestimmt. Dirigent Schuldt-Jensen achtet auf feine Übergänge, zarte Nachklänge und bewusst eingesetzte Klangfarben. Die langgezogenen Crescendi wie bei „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ sind organisch. Und wenn „des Herrn Wort“ erklingt, dann härtet sich der gewaltige Forteklang, um die göttliche Autorität zu festigen.

Die gute Artikulation des Chores erfreut, die Beweglichkeit der Register verblüfft insbesondere bei den Fugen. Den Höhepunkt des Werkes markiert Schuldt-Jensen im sechsten Satz, als der Freiburger Kammerchor seine enorme vokale Kraft nochmals bündelt und den Korinthervers „Tod, wo ist Dein Stachel?“ im Fortissimo ins Konzerthaus schleudert – wie einen gleißenden Lichtstrahl.“