Brahms „Ein deutsches Requiem“

„Tod, wo ist dein Stachel?“

Die Totenmesse von Johannes Brahms nimmt unter den Requiem-Vertonungen des 19. Jahrhunderts eine Sonderstellung ein. Die deutschen Texte, Bibelverse aus dem Alten und Neuen Testament, stellen den lebenden Menschen in den Mittelpunkt. Sie nehmen die Mühsal und Endlichkeit des Lebens als Ausgangspunkt, handeln aber vor allem von dem Versprechen auf Auferstehung und auf die Unsterblichkeit der Seele. Das „Deutsche Requiem“ ist damit nicht in erster Linie Musik der Trauer und der Klage, sondern tröstet und stärkt mit seiner Auferstehungsverkündigung die Lebenden und nimmt sie zugleich in die Verantwortung. Der Mensch kann an der Erlösung der Welt mitwirken, auch wenn er sie nicht selbst bewirken kann. So regt dieses klassische Werk auch in unserer Zeit zum Nachdenken und Handeln an und bestätigt seine permanente Aktualität.

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